Unsere Spitallandschaft gleicht einem Flickenteppich

Die Schweizer Spitallandschaft gleicht einem Flickenteppich. Jeder Kanton will sein eigenes Spital mit möglichst allen Leistungen – koste es, was es wolle.

Das Resultat sind Doppelspurigkeiten, ein überhitzter Personalbedarf und steigende Kosten. Das Unschönste daran ist, dass die Qualität leidet.

Morgen Mittwoch debattieren wir im Nationalrat, ob wir den Kantonen endlich Beine machen sollten, was eine interkantonale Spitalplanung angeht.

Meiner Meinung nach ist die Antwort klar: Ja.

Es braucht Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinaus

Die Spitalplanung ist Sache der Kantone. Aber: Ohne Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus bleiben wir im Klein-Klein stecken.

Im Bereich der hoch spezialisierten Medizin funktioniert dies längst. Warum also nicht auch darüber hinaus?

Denn die entscheidende Frage lautet nicht: Wie viele Spitäler haben wir? Sondern: Wer macht was? Und mit welcher Qualität?

Und hier wird es brisant. Was sagen Sie zu Schlagzeilen wie: «Wenn ein Spital nur eine einzige Knieprothese pro Jahr einsetzt»? Oder was denken Sie, wenn Sie hören, dass 46 Spitäler die Mindestfallzahl für Wirbelsäuleneingriffe nicht erreichen?

Oder dass nur neun Häuser in der ganzen Schweiz die Anforderungen für Nervenoperationen erfüllen, während 44 Spitäler trotzdem solche Eingriffe machen?

Eine unbequeme Wahrheit

Anstatt sich zu spezialisieren, wollen auch kleine Spitäler in den Kantonen sehr oft eine breite Palette an Leistungen anbieten.

Die Wahrheit ist unbequem. Je kleiner die Fallzahlen, desto grösser die Risiken. Denn: Medizinische Qualität braucht Routine. Die zersplitterte Spitalpolitik verhindert aber genau das.

Darum ist dieser Entscheid nun bei uns im Nationalrat nicht nur ein politisches Signal, sondern eine Frage der Patientensicherheit.

Es geht nicht um den Selbsterhalt der Kantone

Es geht darum, Behandlungen dorthin zu legen, wo sie in der nötigen Qualität erbracht werden können.

Die Chance liegt jetzt auf dem Tisch: Entweder die Kantone stellen ihre Besitzstandswahrung zurück. Oder der Bund muss eingreifen.

Denn das Gesundheitssystem ist nicht zum Selbsterhalt der Kantone da, sondern für die Menschen, die darauf angewiesen sind.

Diesen Beitrag habe ich für nau.ch geschrieben. Diese Kolumne auf nau.ch lesen.

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